Das Jahr 2017 läuft bereits und es ist allerhöchste Zeit sich Ziele für das kommende Jahr zu setzen.

Das Ziel für viele Trader ist oft schnell gefunden:

Endlich das Jahr mit einem Gewinn abschließen!!

Naja, oder zumindest keinen Verlust machen.

Schließlich hat man schon so viele Dinge ausprobiert, kennt einen ganzen Blumenstrauß an hoch interessanten Strategien und die nächste Strategie aus dem letzten super geschriebenen Tradingbuch steht auch schon in den Startlöchern. Dieses Mal muss es einfach klappen! 

Kommt euch das bekannt vor?

So oder so ähnlich geht es sicherlich vielen, die an der Börse aktiv sind. Der Traum vom unabhängigen und erfüllten Trader-Dasein lebt! Und auch dieses Jahr werden wieder viele Trading-Begeisterte eine Menge Geld in den Sand setzen, weil

  • sie neue Dinge ausprobieren,
  • sie auf die falsche Strategie setzen,
  • sie die Disziplin und Nervenstärke nicht haben,
  • der teuer bezahlte Signaldienst einen noch nie dagewesenen Drawdown verursacht,
  • sie nicht duplizierbar gehandelt haben,
  • der Markt sich unpassend verhält,
  • der Super-Trader, dem ich doch viel Geld bezahle, gerade mal eine schlechte Phase hat,
  • usw.

Die Gründe warum es am Ende des Jahres dann doch wieder nicht geklappt hat mit dem Börsenerfolg sind fast so grenzenlos wie die Möglichkeiten an der Börse zu agieren. Und in genau einem Jahr sitzt man wieder da und feilt an „neuen alten Zielen“. Sofern man noch freies Kapital und Lust auf Börsenhandel hat. Von diesen Zielen und Träumen lebt ein guter Anteil der Finanzindustrie. Und auch die vermeintlich erfolgreichen Trading-Coaches schneiden sich ein schönes Stück vom Schinken bzw. euerm sauer verdienten Geld ab.

Traum gegen Realität

Gerade als Trading-Anfänger weichen die Vorstellungen zwischen dem, was man an der Börse verdienen kann und der Realität doch sehr stark voneinander ab. Hierzu trägt sicherlich auch die oben erwähnte Finanzindustrie ihren Teil bei. 50, 60 oder 100% Jahresperformance mit einfach zu erlernenden Strategien halten den Traum stetig am leben. Logisch!

 

Hierzu mal eine interessante Aufgabe:

Rechnet mal aus, was Ihr in Eurer Tradingkarriere bereits an Geld in den Sand gesetzt habt! Also alle finanziellen Mittel, die im Rahmen eurer Börsen-Aktivität nun „woanders“ sind:

  • realisierte Verluste,
  • Ausgaben für Bücher, Webinare, Seminare, Coachings,
  • Gebühren an den Broker,
  • Trading-Software,
  • Kursdaten,
  • uws.

Das schmerzt und erreicht sicherlich bei dem ein oder anderen nicht selten einen ordentlichen 5-stelligen Betrag.

Gerne wird ja der gute alte Kostolany von den vielen Finanzexperten belächelt. Sein Ratschlag „Aktie kaufen und dann eine Schlaftablette nehmen.“ als nicht mehr zeitgemäß abgestempelt. Klar sind sie Märkte volatiler geworden, aber macht euch mal die Arbeit und wählt willkürlich 10 Unternehmen aus, die vor 10 Jahren im DOW JONES enthalten waren (hist. Zusammensetzung) und schaut, was bis heute daraus geworden wäre. Angenommen ihr habt während eurer Trader-Karriere 10.000 Euro „versemmelt“, wären das 1000 Euro, die ihr damals in jedes Unternehmen gesteckt hättet.

In der nachfolgenden Tabelle könnt ihr mal staunen, was nach 10 Jahren geworden wäre. Vor 10 Jahren? Da war ja mal was?! Genau! Wir schreiben das Jahr 2007 und stehen kurz vor der großen Finanzkrise, die Kurse stehen also unmittelbar vorm Absturz!

Was wurde aus 1000 € Investition in 10 Jahren?

Symbol

Unternehmen 

Kapitalzuwachs nach 10 Jahren*

Jahresrendite im Durchschnitt

MMM

3M Company

3008

11.78 %

AA

Alcoa Inc.

 

 

MO

Altria Group

5647

18.96 %

AXP

American Express

1528

4.35 %

AIG

American Int. Group

61

-24.5 %

T

AT & T

2049

7.49 %

BA

The Boeing Comp.

2313

8.78 %

CAT

Caterpillar Inc.

2060

7.52 %

C

Citigoup Inc.

126

-18.7 %

KO

The Coca-Cola Company

2320

8.81 %

DD

E.I. du Pont

2189

8.18 %

XOM

Exxon Mobil Corp.

1615

4.93 %

GE

General Electric Comp.

1198

1.83 %

GM

General Motors Corp.

 

 

HPE

Hewlett-Packard Comp.

 

 

HD

The Home-Depot

4322

15.82 %

HON

Honeywell Int. Inc.

3296

12.71 %

INTC

Intel Corp.

2407

9.21 %

IBM

Int. Business Maschine

2112

7.79 %

JNJ

Johnson & Johnson

2323

8.82 %

JPM

JP Morgan Chase & Co.

2305

8.74 %

MCD

McDonal's Corp.

3667

13.93 %

MRK

Merck & Co. Inc.

1938

6.87 %

MSFT

Microsoft

2567

9.92 %

PFE

Pfizer Inc.

1847

6.35 %

PG

The Procter & Gamble Comp.

1720

5.6 %

UTX

United Technologies Comp.

2152

8 %

VZ

Verizon Communications Inc.

2519

9.71 %

WMT

Wal-Mart Stores Inc.

1798

6.06 %

DIS

The Walt Disney Company

3472

13.3 %

*Der Kapitalzuwachs beinhaltet sowohl Kursanstieg als auch evtl. gezahlte Dividenden. Quelle: longrundata.com

 Selbst wenn ihr die 10 schlechtesten Unternehmen ins Depot gewählt hätte inkl. einer Citigoup Inc. oder American Int. Group, die man nach der Finanzkrise getrost als Totalverlust verbuchen kann, dann wäre heute aus eurem eingesetzten Geld ein Gewinn geworden.

Hättet ihr gedacht, dass man mit Tabakwaren (MO), Trickfilmen (DIS), Fast-Food (MCD) und einem Baumarkt (HD) durchschnittliche Jahresrenditen zwischen 13 und 16 % erzielen kann? Ja, das sind stinklangweilige Unternehmen, aber hier bekommt man Qualität für sein Geld. Geraucht wird immer, wer schaut nicht gerne Trickfilme oder isst mal eben einen Burger? Solide und krisensichere Werte!

Vom Day-Trader zum Langzeit-Investor!

 

Der Spruch wird ja gerne rausgeholt, wenn mal ein Trade in die Hosen geht. Bisher war diese Aussage immer negativ behaftet, weil es mit einem Aussitzen von Buchverlusten gleichzusetzen ist. Aber die Zahlen in der Tabelle sprechen doch eine sehr deutliche Sprache! Und wer würde denn meckern, wenn sein Kapital in den letzten 10 Jahren 10% gestiegen wäre?

 

Natürlich gibt es Phasen, da macht es nicht so viel Spaß ins Depot zu schauen. Die Finanzkrise 2008/2009 haben wir alle noch vor Augen. Vor allem die extremen Kurseinbrüche, auch bei soliden Werten. Und hier liegt ganz klar die große Herausforderung:

Weg vom regelmäßigen Blick auf den Aktienkurs!

Der aktuelle Aktienkurs ist eine Zahl von sehr vielen, die ein Unternehmen kennzeichnen. Und hier sind wir bei dem spannenden Thema Dividende. Diese werden nämlich völlig unabhängig vom Kurs gezahlt. Habt ihr gewusst, dass z.B. die Walt Disney Company seine Dividende in den letzten 25 Jahren um jährlich 14% angehoben hat? Ihr bekommt jedes Jahr 14% mehr auf eure Investition. Ist doch eine entspannte Sache… vorausgesetzt man löst sich vom Blick auf den Chart.

Was eine jährliche Steigerung von 14% auf längere Sicht wirklich bedeutet, könnt ihr im Artikel zum Zinseszins nachlesen. Worauf ihr bei den Dividenden noch achten sollte, findet ihr in einem früheren Artikel zum Thema „Passives Einkommen“.

Diese beiden Themen werden uns ganz sicher auch bei unserem kommenden Trader-Stammtisch am 20.01.2017 mit Nils Gajowiy begegnen.

Investiert ihr auch schon in Dividendenwerte oder wollt mehr darüber erfahren? Dann schreibt uns einfach oder diskutiert mit uns bei einem der nächsten Treffen.

Wir sehen uns!

Sven 

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10.01.2017 | 37242 Aufrufe