Jens RabeTrader-Stammtisch im Interview mit Jens Rabe

TS:  Sehr geehrter Herr Rabe, können Sie uns bitte zunächst einen kurzen Einblick in Ihren Wertegang geben?

Jens Rabe: Ich bin wie so viele ein Quereinsteiger in das Thema Börse. Nachdem ich jahrelang bei verschiedenen Versicherungs- und Maklerunternehmen gearbeitet habe, habe ich mich mit Beginn der 2000er Jahre sehr intensiv mit dem Thema Börse befasst, u.a. durch Lehrgänge und Ausbildungen in den USA und Frankfurt. Obwohl ich schon seit 1992 selbstständig bin, hat es gute 13 Jahre gedauert, bis ich den Schritt zum „Volltagshändler“ gewagt habe. Nachdem ich zu Beginn meiner Börsenkarriere mit nahezu allem gehandelt habe was es am Markt gab (Aktien, Optionsscheine, Futures, Zertifikate) habe ich mich in den letzten Jahren immer mehr dem Thema Optionen zugewandt und handele heute zu 99% börsengelistete Optionen. Während meiner Anfangszeit war ich noch – wie so viele Anfänger – der Faszination des kurzfristigen Handels verfallen. Mittlerweile bin ich aber wesentlich längerfristig orientiert.

TS:  Seit wann traden Sie und durch wem oder was sind Sie dazu gekommen?

Jens Rabe: Ich habe mich erstmals Mitte der 90iger Jahre mit dem Thema Börse beschäftigt. Es war eine Mischung aus Neugier, Faszination und natürlich auch Gier nach dem scheinbar einfachen, schnellem Geld, welche mich zur Börse gebracht hat. Kostolany, Schwager und Co. waren meine ersten Wegbegleiter, wenn auch nur in Buchform. Zu Beginn hatte dies wenig mit Trading zu tun, der Begriff „zocken“ wäre wohl mit Rückblick auf meinen damaligen Handel eher angebracht. Und so waren auch die Ergebnisse. Erst als ich über mehrere Jahre den Nutzen eines systematischen Handelns erkannte, gelang es mir dauerhaft profitabel an den Märkten zu agieren.

TS:  Warum handeln Sie derzeit so gern Optionen?

Jens Rabe: Optionen bieten mir die Handelseigenschaften, die meiner Einstellung und meiner mentalen Verfassung am besten entsprechen. Ich kann mich weitab der sich ständig ändernden Preise im Markt engagieren, erhalte ein gutes Chance : Risiko Verhältnis und muss mich nicht permanent um jede kleinste Bewegung des Marktes kümmern. Dass ich vorzugsweise Optionen verkaufe um die Prämien zu kassieren hat sicherlich auch mit dem darin enthaltenden Versicherungsgedanken zu tun, welcher  mir aus meinem früheren Berufsleben wohl vertraut ist.

TS:  Handeln Sie aktuell noch weiter Produkte (Divisen, Futures,...)?

Jens Rabe: Gelegentlich handele ich auch Futures und Aktien, aber das ist eher selten. Aktien nutze ich meist als langfristiges Investment, hier bin ich dann mehr Value Investor als Trader. Und Futures nehme ich gelegentlich zur Hilfe um meine Aktienpositionen abzusichern oder aber um meine bestehenden Optionspositionen zu sichern.

TS:  Gab es auch schlechte Zeiten seit Sie traden?

Jens Rabe: Mehr als genug. Die ganzen ersten Jahre waren finanziell schlecht. Ohne meinen Beruf und das feste Einkommen hätte ich wohl schon nach einigen Monaten aufgegeben. Aber, aus schlechten Zeiten lernt man wenn man am Ball bleibt. Daher muss ich im Rückblick sagen, die Zeiten waren immer gut und nie schlecht. Leider begreift man dies immer erst wenn die schlechten Zeiten hinter einem liegen.

TS:  Wie haben Sie sich motiviert doch weiter zu machen?

Jens Rabe: Es war die Faszination des Börsenhandels und auch die Verbissenheit es mir selbst zu beweisen. Wenn es andere können, dann kann ich das auch.  Und es gab immer Menschen in meinem Umfeld, die mir gezeigt haben wie man wieder aufsteht.

TS:  Was ist Ihrer Meinung nach die wichtigste Regel beim Trading?

Jens Rabe: Benutze deinen eigenen Kopf!

TS:  Sie haben ja im letzten Jahr das Buch "Optionsstrategien für die Praxis" veröffentlicht welches von den Lesern sehr gut bewertet wird. Was war Ihr Hauptbeweggrund diese Buch zu schreiben?

Jens Rabe: Ich wollte zu meinem 40. Geburtstag ein Buch mit meinem Namen auf dem Titel haben…;)

TS:  Ist ein weiteres Buch in Planung?

Jens Rabe: Na klar, ich werde doch auch irgendwann 50, dann 60, dann 70 usw. Es kommen also noch einige Bücher…

TS:  Gibt es ein Buch welches Sie jeden Trader unbedingt an die Hand legen? (gern auch mehrere)

Jens Rabe: Es gibt tausende gute Bücher zum Thema Börse und viele haben vordergründig erst einmal nichts gemein mit dem Thema an sich. Es gibt die Klassiker von Kostolany oder auch das Buch „Das Spiel der Spiele“ von Jesse Livermore . Aber auch Bücher wie D„Denke nach und werde reich“ von Napoleon Hill oder „Der Spieler“ von Dostojewski sind Quellen der Inspiration für Händler. Zu Beginn einer Tradingkarriere wird man viel Fachliteratur lesen um sich das Grundwissen anzueignen. Später dann wird man viele Trader eher Bücher lesen sehen, die sich mehr mit Spiritualität oder der Formung des Geistes beschäftigen.

TS:  Wie wichtig ist Ihnen der Austausch mit anderen Tradern?

Jens Rabe: Mit guten Tradern die erfolgreich handeln tausche ich mich sehr gern aus und ich habe auch sehr viele gute Freunde die unglaublich gute Händler sind, oftmals sehr viel bessere als ich es einer bin. Mit denen sitze ich gern zusammen und unterhalte mich. Nicht über Kursbewegungen, sondern über das große Ganze, schließlich leben wir in spannenden Zeiten. Mit Foren und dergleichen, wo sich pubertäre Jungs aufplustern und sich ihre Traumrenditen um die Ohren hauen kann ich dagegen nichts anfangen.

TS:  Was machen Sie, wenn Sie nicht traden?

Jens Rabe: Ich habe eine Familie mit 3 Kindern, da ist immer genug Abwechslung.

Wir bedanken uns für dieses interessante Interview, wünschen Ihnen und Ihrer Familie für die Zukunft alles Gute und dass Sie Ihre Ziele erreichen. 

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(+) Weiter Informationen zu Jens Rabe und seinen Strategien finden Sie auf seiner Webseite www.optionsstrategien.com

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Hast du noch eine Frage an Jens Rabe? 

Dann schreibt diese doch unten in das Komentarfeld und wir werden deine Frage weiterleiten. Wenn Herr Rabe diese dann beantwortet hat ergänzen wir das Interview.

06.01.2013 | 53912 Aufrufe

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