Warum Tagesgeldkonten besser sind als ihr Ruf

 

Ein Tagesgeldkonto gehört sicherlich zu den konservativsten Methoden, sein Geld anzulegen. Die Renditen sind dürftig, doch das Risiko ist dafür auf null. Nicht viele Sparer nutzen diese besondere Form des Kontos, das in der Tat wie irgendein Zwischending aus Girokonto und Festgeldanlage wirkt. Doch das Tagesgeld ist unter bestimmten Umständen weit besser als sein Ruf. Vor allem Anleger, die kurz- und mittelfristig Kapital parken möchten, können das mit einem Tagesgeldkonto flexibel und dennoch verzinst tun.

„Da kommt doch nichts dabei heraus!“

 

Sparer haben es derzeit nicht leicht. Wer sein Geld konservativ und risikoarm anlegen möchte, der darf aufgrund der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) keine großen Renditen erwarten. Das Zinsniveau der Banken passt sich nämlich an den Leitzins der EZB an und dieser ist – Stand März 2018 – bei genau 0%. Zwar zahlen die Banken dennoch einen gewissen Zinssatz als Anreiz und dank des Wettbewerbs unter den Kreditinstituten kann der sich auch stark unterscheiden, doch so wirklich reich wird damit niemand. Kaum ein Anbieter lobt nämlich momentan mehr als 0,8% Zinsen für Tagesgeld aus. Trotzdem ist genau das der Punkt, an dem sich ein Tagesgeldkonto doch lohnen kann. Anders als bei festen Anlagen kann man nämlich sein Geld jederzeit wieder abheben, wenn es eine andere lohnende Gelegenheit gibt.

 

Tägliche Verfügbarkeit bedeutet Flexibilität

 

Der mit Abstand größte Vorteil eines Tagesgeldkontos ist die Flexibilität. Während man Festgeldkonten oder vergleichbare Anlagen mit einer festen Laufzeit erst umständlich kündigen muss und dabei oft Zinsabzüge erleidet, kann man an sein Tagesgeld jederzeit heran. Diesbezüglich funktioniert ein Tagesgeldkonto wie ein Girokonto, nur dass es weder eine Dispomöglichkeit noch die Funktionen für die alltäglichen Überweisungen gibt. Das Geld ruht also quasi und wird leidlich verzinst. Wenn sich jedoch eine Gelegenheit auftut, das Geld besser zu investieren, dann ist es ein Leichtes, das Kapital vom Tagesgeldkonto zu räumen und innerhalb eines Tages frei zur Verfügung zu haben. Das ginge zwar grundsätzlich auch vom normalen Girokonto, doch gibt es dort keine Zinsen, sondern in der Regel noch Gebühren.

 

Eine gute Alternative zum „Kurzparken“

 

Viele Anleger stürmen sofort in die Märkte, wenn Kapital vorhanden ist. Vor allem Kleinanleger nehmen sich oft nicht die Zeit, sich auf das große Spiel mit Aktien, Derivaten und Anleihen vorzubereiten. Ein fataler Fehler. Nehmen Sie sich lieber ein wenig mehr Zeit zur Vorbereitung. Ihr Kapital nimmt Ihnen ja keiner weg. Wenn Sie noch auf der Suche nach der richtigen Investition sind oder sich auf bestimmte Anlageformen erst vorbereiten müssen, um für die Tücken an den Märkten gewappnet zu sein, dann können Sie Ihr Kapital natürlich auf dem Girokonto oder in der Matratze lassen. Doch auf einem Tagesgeldkonto mit monatlicher Auszahlung generiert es zumindest ein paar Extraeuros. Außerdem ist Ihr Geld bei dieser Kontoform gebührenfrei angelegt und durch gesetzliche Vorgaben einlagegesichert. Und sicherer als in Ihrer Matratze dürfte es in einem Banktresor ja sowieso sein.

 

Die Abhängigkeit vom Leitzinssatz

 

Als langfristige Anlage oder als bequemer Weg, Rendite zu erwirtschaften, taugt Tagesgeld in diesen Zeiten nicht. Bei den aktuellen Zinssätzen ist kaum mehr als ein Inflationsschutz drin. Die EZB wird ihre Zinspolitik in nächster Zeit wohl nicht grundlegend ändern, sondern nur in kleinen Schritten. Das bedeutet, Sparer werden es auch weiterhin schwerhaben, wohingegen Kredite – etwa für den Erwerb von Immobilien – momentan sehr günstig sind. Wenn Sie also langfristig und risikoarm Geld anlegen wollen, optieren Sie eher für Festgeld oder möglicherweise auch Aktienfondpakete. Wenn Sie aber auf eine gute Gelegenheit warten, sich auf eines der diversen Trading-Parkette zu wagen oder Sie vielleicht den Markt nach guten Immobilien-Offerten sondieren, dann nutzen Sie die Möglichkeit eines Tagesgeldkontos.

20.04.2018 | 30595 Aufrufe