Trader-Stammtisch-Interview mit Herrn Mario Lüddemann

 

Steckbrief:

  • Name: Mario Lüddemann
  • Geboren: 1965
  • Beruf: Daytrader, Trading-Coach
  • Webseite:  www.lueddemann-coaching.de
  • Facebook: https://www.facebook.com/lueddemanncoaching/ 
  • Traderlaufbahn:

    • 1996 - Start als privater Börsenhändler mit Schwerpunkt Arbitrage-Handel im deutschen Aktienmarkt
    • 2001 - Eine Millionen Gewinn in nur 5 Jahren
    • 2013 - Weiterbildung zum lösungsorientierten Coach* und systemischen Berater* (*Zertifizierung durch das Institut für Bildungscoaching)
    • 2016 - Abschluss: Hochschulzertifizierter Management-Trainer (Steinbeis-Institut)
    • 2017 - Portfoliomanager & Finanzanalyst, HKK Invest - die Vermögensverwaltung der FXFlat-Wertpapierhandelsbank
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Jörg Schmidt für Trader-Stammtisch.de

 

Hallo Mario,

wir sind uns im Januar auf dem Trader-Stammtisch-Seminar mit Niels Gajowiy erstmals begegnet.
Ich kannte dich zuvor auch nur aus Webinaren und war sehr erfreut, dass sich deine freundliche und offene Art in den Webinaren auch im persönlichen Kontakt mehr als bestätigte.

Somit sind wir recht schnell zum „Du“ übergegangen und hatten einen schönen Abend in geselliger Runde. Am Ende des Abends fragte ich Dich noch, ob Du Lust hast, auch einmal nach Dresden als Referent zu einem Stammtisch-Treffen zu kommen. Dies konntest Du Dir sehr gut vorstellen.

Oh, dachte ich gleich, so unkompliziert war es selten, wenn ich jemanden fragte - zumal Dresden für Dich ja nicht gleich um die Ecke ist. Als Du Dich dann auch noch am nächsten Tag über Facebook für die Einladung bedanktest, war mir klar, Du meinst es wirklich ernst 😉

In den nächsten Wochen haben wir uns noch mehrfach gesprochen und einen passenden Termin gefunden. Da dieser nun am 29.09.2017 ist und damit immer näher rückt, bat ich Dich um ein Interview, um Dich somit den Teilnehmern und natürlich allen Lesern auf „Trader-Stammtisch.de“ etwas ausführlicher vorzustellen.

Vorab schon einmal vielen Dank für diese Möglichkeit und für Deine Zeit, meine Fragen zu beantworten!!

Nun aber genug der Vorrede - lass uns starten!

Viele der Leser kennen Dich sicher schon aus den Medien. Darüber hinaus stehen in der Kurzbiografie auch die wesentlichen Eckdaten. Kannst Du bitte noch ausführlichere Angaben zu Deiner Person machen? Wie würdest Du Dich als Mensch beschreiben?

Mario Lüddemann:

Ich bin ein glücklicher Familienvater, der gern viel Zeit mit seiner Familie verbringt. Darüber hinaus verbringe ich sehr gern die Zeit mit meinen Freunden. Ich bin sehr gesellig und für jeden Spaß zu haben. Beruflich bin ich sehr zielorientiert und fokussiert, was mir die Arbeit als Händler sehr vereinfacht. 

 

TS: Welche Werte / Eigenschaften sind Dir bei anderen Menschen besonders wichtig?

Mario Lüddemann:

Ehrlichkeit ist wahrscheinlich das Wichtigste, was ich bei anderen Menschen schätze.

 

TS: Bevor wir später zum aktuellen Trading kommen, möchte ich noch etwas zurückblicken. Was hast Du beruflich vor Deiner Trading-Laufbahn gemacht? 

Mario Lüddemann:

Ausbildung im Handel, wechselte dann schnell in den Direktvertrieb, kam über einen Umweg dann zu Bertelsmann, war dort im Strukturvertrieb, zuerst als Organisationsleiter, anschließend Geschäftsstellenleiter bevor ich dann Vertriebsleiter wurde.

 

TS: Welche Dinge aus Deinem Leben vor dem Trading begleiten Dich noch heute? Gibt es eventuell auch etwas, was Du momentan aus jener Zeit vermisst?

Mario Lüddemann:

Als Vertriebsleiter bzw. überhaupt im Strukturvertrieb war ich sehr viel mit Menschen in Kontakt. Dies bereitete mir viel Freude. Nachdem ich mit dem Trading begann, stellte sich nach einiger Zeit eine gewisse Isolation ein, die ich anfangs schätzte. Nach etwa 2 Jahren aber belastete es mich sehr, immer allein zu arbeiten.
Daraufhin betrieb ich ein Tradingbüro gemeinsam mit einem Freund. Löste dies aber nach 3 Monaten wieder auf, nachdem ich festgestellte, dass ein gemeinsames Handeln schlechtere Ergebnisse brachte, als vorher allein.
Vor reichlich 4 Jahren war es dann soweit, dass ich den Entschluss fasste, etwas zu ändern. Daraufhin begann ich eine Ausbildung als lösungsorientierter Coach. Im Anschluss daran als systemischer Berater.
Danach beschloss ich neben meinem eigenen Trading eben auch 1:1 Coachings anzubieten. Dies ist so bis heute der Fall.

 

TS: Wie bist Du dann zum Trading gekommen? Gab es einen „Zündfunken“?

Mario Lüddemann:

Ja, den gab es! 1996 ergab sich eine Begegnung mit einer Aktie – der „-T-Aktie“. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir gerade eine Eigentumswohnung gekauft. Von meinem letzten Geld – in dem Fall 5.000,- DM – erwarb ich dann etliche der sogenannten „Volksaktie“. Bereits am ersten Tag machten diese einen Gewinn von über 20 %. Bei diesem Ergebnis gelangte ich zu der Erkenntnis, mich mehr mit dem Thema Börse zu befassen. So begann das Ganze.

 

TS: Aller Anfang ist meist schwer. Wie war es bei Dir? Wie hast Du begonnen?

Mario Lüddemann:

Ich begann mich zu informieren, hauptsächlich in Zeitungen – Internet gab es ja früher noch nicht, wie man das heute kennt. Dann schaute ich, welche Werte interessant sein könnten und habe dann mein Geld immer wieder in Aktien angelegt. Was natürlich anders ist als heute – früher war es ja nicht möglich, eine Order gleich aufzugeben und die Aktie gleich damit zu erhalten, sondern ich ging zur Bank und verlangte nach meinen Ausgewählten. Dann wurde der Auftrag am nächsten Tag ausgeführt und man konnte erst etwa 2 Tage später verkaufen.
Erst als das sogenannte BTX aufkam – das kennt man ja heute gar nicht mehr – konnte der Handel schneller abgewickelt werden.
Ansonsten habe ich mein „5.000 DM-Konto“ relativ schnell verdoppeln können. Dann aber aufgrund von Fehlern, die die meisten wohl machen, die Hälfte des Kapitals wieder verloren. War damit natürlich nicht zufrieden und habe überlegt, wie kann ich meinen Handel weiter verbessern. Nahm erneut Anlauf und schaffte es dann 1997/1998 das Konto auf 25.000,- DM „hochzuhandeln“ und entschloss mich dann 1998 während einer Erkrankung (Bandscheibenvorfall) mit dem Handel dauerhaft fortzusetzen.
Anfangs dann mit viel Newstrading auf Minutenbasis und sehr viel Arbitrage-Handel.
Damit verdiente ich mehr Geld als vorher in meinem Hauptberuf und fasste in Absprache mit meiner Frau den Entschluss, hauptberuflich als Trader zu arbeiten.

 

TS: Was hat Dich dazu gebracht, auch in schweren Zeiten weiterzumachen?

Mario Lüddemann:

Gute Frage! Es war eigentlich immer der Wille gegeben, das Ganze erfolgreich zu bestehen.
Die ersten 1,5 Jahre waren wirklich hart, weil immer starke Schwankungen im Konto gegeben waren. Innerhalb einer gewissen Zeitspanne steigerte ich mein Konto von 5.000,- DM auf 50.000,- DM und nur mit einem einzigen Handel sackte ich zurück auf 5.000,- DM. Das war die Aktie „BID“.
Nach diesem Schlag wollte ich eigentlich aufhören.
Aber da war es meine Frau, die damals sagte: „Was Du einmal geschafft hast, schaffst Du auch zweimal!“
Daraufhin machte ich weiter und nach einem Dreivierteljahr war es wiederum soweit, dass ich davon leben konnte. Dies kann ich bis zum heutigen Tag immer noch.
Zum einen Eigenmotivation und zum andern, dass meine Frau den Satz aussprach: „Was einmal klappte, klappt auch ein zweites Mal.“

 

TS: Was war der Grund für die Entscheidung „Jetzt trade ich hauptberuflich!“?

Mario Lüddemann:

Das ist für mich ganz einfach. Es gab nur 2 Gründe dafür.
Während meiner achtmonatigen Erkrankung erkannte ich, dass ich mit meinem Handel monatlich mehr Geld verdiente als mit meinem Hauptberuf und das Zweite ist, ich konnte von zuhause aus arbeiten.
1997 wurde mein ältester Sohn geboren und meine Frau war erneut schwanger und dabei fiel die Entscheidung ganz klar zu sagen: Es gibt ohnehin keine echte Sicherheit. Gerade weil ich ja vorher auch im Vertrieb arbeitete, also seit meinem 20. Lebensjahr beruflich selbständig war.
Es war auch mein Zutrauen, stetig Monat für Monat positive Renditen zu erzielen und auch soviel zu verdienen, dass ich davon leben kann.

 

TS: Wie hast Du Dir das Trading angeeignet? Hattest Du z.B. einen oder mehrere Mentoren, die Dich maßgeblich unterstützten?

Mario Lüddemann:

Anfangs komplett ohne Mentoren oder irgendetwas, habe mir also alles allein beigebracht. Bis zu dem Zeitpunkt der Selbständigkeit 1998.
Hatte 2000 einen gewaltigen Lauf – habe aus 5.000,- DM 1.000.000,- DM bis Ende 2000 gemacht.
Mentoren gab es wie gesagt nicht. Einzig einen Freund, der genau wie ich startete. Mit ihm hatte ich eben das bereits erwähnte Handelsbüro. Ich würde ihn aber nicht als Mentor bezeichnen, sondern wir haben uns regelmäßig ausgetauscht. Und ich finde, dies ist auch sehr sehr wichtig im Trading! Es ist wichtig im Handel, wenn man sich mit jemand austauschen kann! Im Idealfall ist es der Partner, aber wenn dieser selbst nicht handelt, ist es schwierig, dem zu erklären, welche Emotionen man hat und auch, wie und warum ich etwas mache.
Also, von daher ist es super, jemanden zu haben!
Wenn man das nicht hat, sollte man sich jemanden suchen, mit dem man sich austauschen kann, gerade, wenn es mal nicht gut läuft!
Erst nach 2001 gab es für mich mal einen Mentor.

 

TS: Du arbeitest nun schon viele Jahre profitabel. Gab es bei Dir ein Schlüsselerlebnis, welches Dich Gewinne erzielen ließ oder war es eher ein schleichender Prozess?

Mario Lüddemann:

Es gab wirklich ein Schlüsselerlebnis! Als ich von 50.000,- auf 5.000,- DM zurückgefallen war, rückte ich das Risiko- und Money-Management in den Vordergrund, was aber erst mal die Gewinne nicht in dieser bisherigen Geschwindigkeit erfolgen ließ, dafür aber auch die Verluste deutlich verringerte. Wichtig aber hierbei, dass ich mental deutlich besser agierte. Das war der Punkt, der für mich am wichtigsten war!
Ich betrieb Analyse – was funktioniert und was nicht so gut.

 

TS: Was waren bisher die besonderen positiven Trades für Dich?

Mario Lüddemann:

Ich hatte 2 besondere Trades, an die ich mich auch noch gut erinnern kann. Eigentlich waren es sogar 3: Der 1.: Ich hatte die Mannesmann-Aktie damals besessen und hielt diese entgegen meiner sonstigen Vorgehensweise über Nacht. Am nächsten Morgen las ich, dass Manndesmann von Vodafone übernommen wurde. Das war ein extrem guter Gewinn, von, ich weiß gar nicht mehr ganz genau, aber ich schätze 15.000,- oder gar 20.000,- DM.
Der 2.: Ich hatte aufgrund einer Empfehlung, die damals in der „Telebörse“ gemacht wurde. Ich war sehr schnell in der Aktie drin und machte damit auch einen Gewinn so um die 20.000,- DM. Es war ein Gewinn von etwa 40 bis 50 % in vielleicht nicht einmal 30 Minuten.
Und dann war es noch einmal. Die Aktie „Mobicom“. Das war der größte Gewinn überhaupt.

 

TS: Und passend dazu - was waren die negativen Trades, von welchen Du am meisten gelernt hast?

Mario Lüddemann:

Zum einen den vorhin angesprochenen Trade mit der Aktie „BID“, die vom Handel ausgesetzt und erst 3 Tage später erst wieder zum Handel zugelassen wurde. Diese wurde damals im Berliner Freiverkehr gehandelt. Diese brachte mich von einem Kontostand in Höhe von 50.000,-DM wieder dorthin, wo ich 1,5 Jahre zuvor startete.
Was ich daraus lernte: „Gier frisst Hirn!“ Und wichtig ist immer auf das „Risiko-Management“ zu achten!

 

TS: Lassen wir nun langsam die Vergangenheit ruhen und widmen uns der Gegenwart - aber kannst Du uns zuvor bitte noch die Entwicklung Deiner Art des Tradings von Anfang an bis heute aufzeigen?

Mario Lüddemann:

Angefangen habe ich, abgesehen von den ersten Monaten, in denen ich eher im Bereich des kurzfristigen Investment war und noch gar nicht recht verstand, wie das Ganze funktioniert, aber als ich mich dann entschloss, irgendwann 1998 das Ganze intensiver zu betreiben. Dabei erkannte ich, dass der Segen im kurzfristigen Handel für mich liegt. Dabei bin ich in das Newstrading eingestiegen und den Arbitrage-Handel. Das waren meine beiden Steckenpferde. Hierbei machte ich prozentual die allergrößten Gewinne. 2006 begann ich die Zeiteinheiten zu wechseln. Raus aus dem ganz kurzen Handel in den Mittelfristigen. Ich habe 10 Jahre gebraucht, um Positionen über Nacht zu halten. Das war nicht einfach für mich!
Ich fing an, Positionen auf Stundenbasis zu handeln und noch ein paar Jahre später auch Positionen über Tage und Wochen zu halten und in den Bereich „Tages-Charts“ zu gehen.
Heute trade ich im Prinzip alles – von der kleinsten Zeiteinheit bis zu den großen, wobei ich bei Investments – „Vermögen verwalten und vermehren“ – heute die größten Positionen fahre.

 

TS: Da hat sich im Laufe der Zeit schon einiges geändert. Würdest Du sagen, dass Du nun bei Deiner jetzigen Methode des Tradings angekommen bist?

Mario Lüddemann:

Ich handle ja seit gut 15 Jahren einen markttechnischen Handelsstil. Früher hatte man sie noch Dow-Theorie genannt, heute „Markttechnik“. Michael Voigt hat ja diesen Begriff tatsächlich im Markt gut etablieren können. Vom Ansatz her, sage ich, hat sich die Methode nicht mehr geändert. Ich habe sie natürlich immer weiter verfeinert und meinem Handel und meinen Emotionen und vor allen Dingen meinem Markt, in dem ich aktiv bin, was ja in erster Linie der Aktienmarkt ist, angepasst.
Darüberhinaus im Bereich des Investments, den ich betreibe, beruht als Grundlage von Entscheidungen nicht die „Markttechnik“, sondern erst einmal andere Gründe, allerdings wähle ich die Einstige dann wieder sehr häufig markttechnisch.

 

TS: Bevor wir näher auf Deine aktuelle Methode eingehen - kannst Du bitte kurz beschreiben, wie Dein normaler Tag als Trader abläuft?

Mario Lüddemann:

Dieser hat sich maßgeblich in den letzten Jahren geändert. Ich bin recht früh morgens aufgestanden und habe mich 7:30 Uhr an den Schreibtisch gesetzt und bis abends, teils 22 Uhr, agiert.
Das hat sich komplett geändert. Heute nutze ich, weil ich sehr viele Auswertungen von über 50.000 Trades habe und heute weiß, dass ich die meisten Gewinne eigentlich in bestimmten Zeitfenstern mache, handle ich eigentlich nur noch die Zeit nach der Eröffnung, sowohl im deutschen als auch im amerikanischen Markt.
Wenn ich gegen 8 Uhr im Büro angekommen bin, mache ich erst einmal ein bisschen Recherche – was ist seit gestern Abend passiert. Dazu nutzen wir eine sogenannte „Morgenroutine“, wo wir einfach abklären, wie sind die anderen Märkte auf der Welt gelaufen, wie sieht es mit Spezialsituationen aus, wie sieht die Volatilität an den Märkten aus, welche Nachrichten gibt es.
Danach schaue ich auf mein „6-Phasen-Modell“, was ich habe – das ist also mein Screener, auf den ich schaue und feststelle, welche Aktien darauf liegen, welche möchte ich heute gerne handeln. Gleiche die dann noch mit Nachrichten ab.
Ja, dann handeln bis kurz vor Mittag, dann mache ich meist eine längere Mittagspause und wenn ich wiederkomme, beantworte ich Mails und bereite mich auf den US-Markt vor, weil ich sehe das als 2 Sessions an.
Da ich ja auch Portfolio-Verwalter im Bereich der Vermögensverwaltung über die
FX-Flat-Wertpapierhandelsbank bin, schaue ich mir auch jenes an. Das gehört auch noch dazu.
Abends nochmal Besprechung mit meinen Mitarbeitern, ob es etwas Neues gibt und worauf wir am Folgetag achten müssen.

 

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TS: Du hast sicher 8, 10 oder mehr Monitore … 😉 Nein, im Ernst. Wie sieht Dein aktueller Arbeitsplatz aus? Was steht auf Deinem Schreibtisch?

Mario Lüddemann: 

Früher in der Spitzenzeit hatte ich 4 Monitore. Jetzt in meinem neuen Handelsbüro, welches wir vor 3 Monaten bezogen haben – es gibt jetzt ein Büro, welches ungefähr 170 qm groß ist – steht auf meinem Handelsplatz tatsächlich nur noch ein Monitor, allerdings ein sehr sehr großer, auf dem ich eine entsprechende Aufteilung habe. Es ist so aufgeteilt, als ob man 4 20“ große Bildschirme hätte.
Es gibt zudem einen Besprechungstisch für Meetings, die wir machen. Ansonsten haben wir natürlich noch einen Seminarraum, vorn dann das Backoffice und einen Videoraum.

 

TS: Nun aber zu Deinem aktuellen Trading. Was ist für Dich das besondere an der Markttechnik / der Dow-Theorie?

Mario Lüddemann:

Das Wichtigste ist eigentlich, dass es sehr einfach in den Grundzügen zu verstehen ist – wieso Märkte so funktionieren und warum man das einfach umsetzen kann – zumindest in den großen Zeiteinheiten. Ich schließe hierbei erst einmal Devisen- und Rohstoffmärkte aus, weil die zum Teil anderen Gesetzmäßigkeiten unterliegen. Aber wenn wir uns einen Aktienmarkt anschauen, und egal ob wir 5 Jahre oder länger zurückschauen und einen Chart uns betrachten fängt es unten links an und hört oben rechts auf. Bedeutet: Märkte steigen langfristig im Aktienbereich.
Deshalb lässt sich meiner Meinung nach die „Markttechnik“ im Aktienmarkt extrem gut anwenden. Dies ist der Grund, weshalb ich mich darauf so spezialisiert habe. Weil eben wir auf Sicht von beispielsweise 15 Jahren immer positive Trends haben. Natürlich gibt es starke Schwankungen – die brauchen wir ja auch im Handel – aber grundsätzlich ist das das Einfachste, was man handeln kann und deswegen mache ich das.
„KISS“ ist das Wort – es muss immer einfach sein!

 

TS: Kannst Du uns bitte Deine beliebteste Trading-Methode / Setup kurz aufzeigen?

Mario Lüddemann:

Am liebsten betreibe ich den Handel aus der Korrektur heraus oder Newstrading.
Ist also ein rein markttechnischer Handel – Einstieg an einem Punkt 2, Stopp unter Punkt 3 und versuche dann die Dynamik, die in den – ich sage mal Newstrades – entstehen, mitzunehmen.

 

TS: Am Anfang Deiner Trader-Laufbahn hast Du ja überwiegend mit Aktien gehandelt.
Welche Finanzinstrumente sind es aktuell?

Mario Lüddemann:

Auch Aktien!
Man mag es nicht glauben, aber in den letzten 22 Jahren bin ich davon nur 2 oder 3-mal abgerückt, habe mir aber jedesmal die Finger so furchtbar verbrannt, dass ich anschließend immer wieder zu den Aktien zurückgekommen bin.
Ich habe Aktien immer als Direktinvestment gehandelt. Es gab nur kurze Phasen, in denen ich auch CFD handelte. Anfang 2000 probierte ich mich im „DAX-Future“, aber auch da verbrannte ich mir die Finger!
Um dann mit einem noch größeren Hebel zu arbeiten habe ich sogar Optionsscheine gehandelt, aber das war am abgefahrensten! Doch verstand ich gar nicht, was dahinter passiert und habe dann nur große Verluste eingefahren und stampfte dann das Ganze komplett wieder ein.
Viele Jahre später fing ich dann nochmals mit dem Future-Handel an, als mein Konto richtig groß geworden war, zwischenzeitlich so, dass dieser Hebel auch gar nicht mehr richtig wirkt. Denn es ist ja klar, wenn ich im „DAX- Future“ handle und ein Konto habe, was nur 30.000,- € groß ist, ich aber in Wirklichkeit 300.000,-€ bewege, habe ich einen Hebel von 1:10, was mental von den allermeisten Tradern vollkommen unterschätzt wird, denn wenn der Markt gerade mal 50 Punkte gegen ein läuft, dann ist man eben richtig Geld los.
Deswegen rate ich auch immer, Futures nur zu handeln, wenn man ein großes Konto hat!

 

TS: In welchen Zeitebenen arbeitest Du derzeit am liebsten und welche sind Deiner Meinung nach am effektivsten?

Mario Lüddemann:

Ich glaube, dass die großen Zeiteinheiten, also im Bereich Investment bzw. Tag und Stunde für Anfänger wohl die besten sind. Wir haben hier die höchsten Trefferquoten im Bereich Investment! Ich betrachte dies ja als „Vermögen vermehren und verwalten“, wo es darum geht, 10 % plus X im Jahr zu erwirtschaften. Da liegen die Trefferquoten zwischen 70 und 80 %. Das ist mental einfach, jeder kann es innerhalb kürzester Zeit erlernen und kann damit nur jedem raten, in diesen Zeiteinheiten zu agieren.

Das Problem ist, dass die meisten kleine Konten haben und von heute auf morgen reich werden wollen – am liebsten schon gestern, deswegen gehen sie schnell in kleine Zeiteinheiten. Und das ist der Punkt – man kann natürlich in den kleinen Zeiteinheiten die prozentualen größten Gewinne machen – das habe ich anfangs auch gemacht. Daytrading ist nun mal das A und O für den Trader und ich würde dies auch als Königsdisziplin bezeichnen, aber es ist eben auch der mit Abstand schwerste Handel.
Man sagt, dass etwa 90 % aller Trader, die intraday unterwegs sind, keine Gewinne machen.
Und daran sieht man eben – in den großen Zeiteinheiten sind eben 80 % möglich.
Ich rate jedem von groß auf klein zu gehen. Je größer die Zeiteinheit am Anfang, desto einfacher. Und je besser man wird, umso kleiner kann die Zeiteinheit werden. Es hängt auch immer von den jeweiligen Produkten ab, die man als Anfänger handeln muss, weil man womöglich ein kleines Konto hat. Dabei wohl auf CFD geht, wo es auch immer wieder Probleme gibt. Also von daher – ich würde immer mit den großen Zeiteinheiten anfangen!

 

TS: Um das Thema „Risiko- und Money-Management“ kommen wir als Trader nicht herum! Wie handhabst Du dies?

Mario Lüddemann:

„Risiko- und Money-Management“ stehen bei mir auf Platz 1!!
Also das maximale Risiko, was ich bereit bin zu tragen, beträgt immer pro Position ¼ %. Mehr nicht!

 

TS: Emotionen spielen bei den meisten Tradern eine große Rolle. Entweder können Gemütsbewegungen antreiben oder aber auf der anderen Seite auch zu schweren Fehlern führen. Wie hältst Du deine Emotionen unter Kontrolle?

Mario Lüddemann:

Ja, das ist leider das größte Problem im Trading überhaupt!
Es gibt Studien, die sagen, dass mehr als die Hälfte aller Probleme im Trading tatsächlich aus den Emotionen heraus entstehen.
Das eine ist, das Technische zu lernen und zu verstehen, wie man eigentlich handeln muss. Das andere sind die Emotionen, die häufig durch schlechtes Risiko- und Money-Management auftauchen. Zu große Positionen oder Drawdown-Phasen – dadurch entstehen Zweifel am erstellen System.
Ja, ich habe das auch. Heute nicht mehr so häufig, wie das früher Mal war. Aber ich erinnere mich noch an Zeiten, so um 2008, während der Finanzmarktkrise – da hatte ich auch mal so eine Phase. Es gab zwar währenddessen weiterhin positive Renditen, aber nicht so, wie ich es gewohnt war. Und ich mache das dann immer so, wenn ich in einer solchen Phase bin, in der es nicht richtig läuft – also ich habe eine Woche, die nicht gut ist – dann höre ich kurzzeitig auf zu traden. Mache einfach eine Woche Urlaub und setze mich dann erst wieder an den Rechner. Mit dieser Vorgehensweise komme ich am schnellsten runter und habe dies auch schon 5-mal auf diese Weise gemacht. Dann ist der Kopf auch wieder frei – das kann ich also jedem raten! Man muss nun vielleicht nicht jedesmal in den Urlaub fahren, aber auf jeden Fall ein bisschen Abstand von der Börse gewinnen und ein paar andere Dinge im Leben machen. Gerade wenn man hauptberuflich handelt und sich jeden Tag 10 – 12 Stunden mit dem Thema auseinandersetzt, braucht man auch einfach mal Abwechslung.

 

TS: Verlustphasen gehören beim Trading leider immer mal wieder dazu. Wie gehst Du damit um? Oder lassen sich diese Deiner Erfahrung nach locker überstehen?

Mario Lüddemann:

Das baut auf die Frage auf, die du gerade schon gestellt hast. Verlustphasen gehören im Trading dazu!
Als Daytrader sollte man aber in der Lage sein, stetig Monat für Monat Gewinne zu machen!
Ich habe in meiner gesamten Zeit, in der ich an der Börse agiere, nur ein einziges Verlustjahr gehabt – das war 2001, kurz nachdem ich den Höchststand in meinem damaligen Konto hatte, als ich eine Million an Gewinn gemacht habe - also nicht eine Million auf meinem Konto, sondern eine Million an Gewinn - habe ich einen großen Verlust mitgenommen. Und das war schon sehr schwierig!
Heute ist es so, Verlustphasen gehören dazu, greifen mich aber nicht mehr so stark an, weil ich keine Verluste mehr in den letzten Jahren hatte, die größer waren als 10 % meines Handelskontos. Und das ist natürlich extrem einfach dann. Dies liegt aber auch daran, dass mein Risiko- und Money-Management pro Position nur ¼ % meines Gesamtvermögens beträgt.

 

TS: Als Trader sollte man ja nie stillstehen! Wie hältst Du es mit der Weiterbildung, wo informierst Du Dich? Besuchst Du auch Seminare?

Mario Lüddemann:

Ja, tatsächlich. Ich bin vollkommen Deiner Meinung!
Stillstand ist Rückschritt!
Wir müssen uns als Trader immer weiterbilden! Eine Weiterbildung ist der Markt an sich selber, weil die Märkte sich kontinuierlich verändern. Nicht stark – es ist ein schleichender Prozess, aber sie tun es.
Ich habe damals mit Arbitrage-Handel angefangen. Der heutige ist viel viel viel schwerer als vor 20 Jahren! Es gibt heute ganz wenige Möglichkeiten guten Arbitrage-Handel zu machen.
Ansonsten habe ich Weiterbildungen gemacht, bei unterschiedlichen Händlern, z.B. Uwe Wagner, Joachim Goldberg. Trading-Seminare sind sonst nicht das, was ich regelmäßig mache.
Vor 2 Jahren für Optionsscheine, aber dies war für mich nie so hoch profitabel. In dem Bereich war ich beispielsweise bei Jens Rabe, zwischenzeitlich ein guter Freund von mir, was mir viel Spaß machte und mein Trading auch bereicherte.
Hauptsächlich aber für den Bereich Coaching, was ich als Trainer und für das Portfolio-Management benötige. Ich habe vor 4 Jahren Weiterbildungen gemacht zum lösungsorientierten Coach und systemischen Berater, damit ich überhaupt eine fundamental gute Ausbildung habe, um in den Bereich „Trading-Coach“ gehen zu können. Dann im letzten Jahr eine Ausbildung zum Management-Trainer.
Und nun eine Weiterbildung im Bereich „Portfolio-Management“ bei einem Portfolio-Verwalter, bei Andre Stagge von Union-Investment.

 

TS: Bücher sind auch in der Welt von „Youtube“ immer noch eine der wichtigsten Wissensquellen. Welche Bücher sind für Dich sehr wichtig und warum gerade diese?

Mario Lüddemann:

Zum Thema „Markttechnik“ gibt es aus meiner Sicht nur 2 Bücher, die jeder gelesen haben sollte.
Das sind „Das große Buch der Markttechnik“ von Micheal Voigt und „Professioneller Börsenhandel“ von Erdal Cene. Darüber hinaus noch ein 3. Buch – „Enzyklopädie der Chartmuster“ von Thomas N. Bulkowski. Ich denke, alle diese 3 Bücher sollte man als Trader gelesen haben, besonders, wenn man sich markttechnisch orientiert.

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TS: Ich denke, einen Einblick in dein Trading haben wir erhalten. Gehen wir nun zu Deiner weiteren Tätigkeit über. Du arbeitest nun schon einige Jahre auch als Coach. Was veranlasste Dich dazu, Dein Wissen auf diese Weise weiterzugeben? Ist es nicht wesentlich weniger Stress, sich nur auf das eigene Trading zu konzentrieren?

Mario Lüddemann:

Das ist eine super Frage!
Ich bin vorhin schon mal ein bisschen darauf eingegangen.
Vor 5 Jahren etwa fühlte ich mich extrem isoliert, weil als Trader ist man ja meistens, wenn man nicht in einem Handelsbüro arbeitet, tatsächlich immer allein. Damit ist auch ein Austausch mit anderen Tradern schwierig. Ich mache das ja nun schon über 20 Jahre und kenne daher viele erfahrene Trader. Mit Giovanni Cicivelli beispielsweise habe viele Vortragsreisen gemacht. Wir wurden damals von Brokern eingeladen, immer dann, wenn man besonders hohe Performances hatte. Wir waren beispielsweise zusammen auf Mallorca in Andratx. Oder in Monte Carlo.
Man hat schon Austausch, aber eben nicht so intensiv, weil am Ende des Tages sind wir eben auch Konkurrenten im Bereich des Handels. Das muss man einfach sehen – jeder will natürlich an der Börse Geld gewinnen und das was der eine gewinnt, muss der andere verlieren.
Deshalb wollte ich wieder was mit Menschen zusammen machen, wie damals, als ich über 15 Jahre lang im Direktvertrieb tätig war und damit jeden Tag mit Menschen zusammen war. Ich wusste aber noch gar nicht, dass ich Coach werden wollte. Habe mich dann wirklich lange Zeit mit dem Thema rumgeschlagen, was ich machen möchte. War mir nicht sicher, ob ich Psychologie oder etwas anderes studieren möchte und habe dann nach ein paar Beratungsgesprächen, unter anderem mit Freunden, mich dann entschieden, eine Ausbildung eben als Coach und als systemischer Berater zu machen, um eine gute Grundlage zu schaffen für den Bereich Coaching.
Ein ganz klares Ja, bei der Frage „Ist es nicht wesentlich weniger Stress, sich nur auf das eigene Trading zu konzentrieren?“ Wenn man sich nur auf sein Trading konzentriert hat man logischerweise mit dem anderen nichts zu tun. Aber, das ist auch wichtig, wenn man nur isoliert ist, macht das Trading irgendwann auch keinen Spaß mehr. Wenn man das kombinieren kann – Trading und sein Wissen weitergeben – ist das eine ziemlich gute Sache. Was hinzu kommt, nachdem ich das ja nun schon 4 Jahre mache, ist, dass man zudem sicherer wird, weil einfach finanziell unabhängiger. Man wird eigentlich als Trader noch besser. Und das merke ich auch, wo ich im Bereich des Portfolio-Managements unterwegs bin, weil man ja das Ganze auf mehrere Füße gestellt hat.
Entscheidend ist, dass es mir wahnsinnig viel Spaß macht, Seminare zu geben. 9 bis 10 Seminare im Jahr sind es bei mir durchschnittlich, für die unterschiedlichsten Bereiche. Eben nicht nur für Trader, sondern auch im Bereich „Management-Training“, z. B. für große Aktiengesellschaften. Insofern finde ich es ein wahnsinnig spannendes Umfeld.

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TS: Was ist Dir besonders wichtig, Deinen Schülern zu vermitteln?

Mario Lüddemann:

Grundsätzlich das gesamte Wissen, was man braucht, um erfolgreich an der Börse zu handeln.
Das Wichtigste ist eigentlich, dass die Coachis lernen, ein Gefühl für die Märkte zu bekommen.
Dass sie lernen, möglichst schnell positive Rückschlüsse zu ziehen, weil das fundamentale Wissen, was man braucht, um an der Börse erfolgreich zu werden, ist der eine Punkt – dafür braucht man auch kein Studium oder irgendetwas anderes – Wille zum Erfolg und Bereitschaft zum Lernen!
Was wichtig ist und die meisten falsch machen ist, sie traden ohne ihre Trades zu dokumentieren und dann aus ihren Fehlern zu lernen. Die meisten sind nicht bereit, ein Handelsjournal zu führen. Vielleicht nur in der Zeit, in der sie Gewinne machen, aber nicht mehr in der Zeit der Verluste. Es ist aber wichtig ständig zu führen. Ohne Tradingjournal ist es nicht möglich aus seinen Fehlern im Handel effektiv zu lernen. Wird dies geführt, stellen Verluste auch kein Problem dar, denn in dem Moment, wo ich Verluste mache und daraus lerne, ob ich etwas richtig gemacht habe oder nicht, nehme ich das Meiste mit.

In den Coachings, insbesondere bei Kunden, die ich über ein Jahr betreue steht das auch immer im Vordergrund – Wie habe ich gehandelt? So wie ich es in meinem Handelsjournal stehen habe? Sind Verluste regelkonform entstanden? Kann ich demnach nichts dafür oder habe ich blödsinnige Dinge gemacht, die ich abstellen muss?

 

TS: Aus Deiner Erfahrung als Coach - was sind die 3 größten Fehler, die ein Trader machen kann?

Mario Lüddemann:

Selbstüberschätzung, kein Trading-Tagebuch zu führen, zu große Positionen fahren!!!

 

TS: Und was sind Deiner Meinung nach die 3 wichtigsten Eigenschaften eines Traders?

Mario Lüddemann:

Disziplin, Lernbereitschaft und Disziplin!!!
Ich könnte auch 3-mal Disziplin sagen, weil wenn wir nicht diszipliniert sind bzw. uns nicht an unseren Handelsplan halten, wir es echt schwierig!

 

TS: Was würdest Du Neueinsteigern unbedingt raten?

Mario Lüddemann:

Auf jeden Fall sich grundsätzlich gut informieren, was sie machen möchten!
Also welcher Handelsstil, welche Produkte, welcher Broker ideal ist und ansonsten gibt es immer 2 Möglichkeiten erfolgreich zu werden – nur durch eigene Erfahrung (dauert aber recht lange, ich habe dafür Jahre gebraucht) oder die Abkürzung nehmen, indem man sich einen erfolgreichen Trader nimmt oder auch einen Coach.
Das heißt nicht, dass man von heute auf morgen erfolgreich wird. Das sicherlich nicht, aber man kann viele Fehler vermeiden. Man muss ja auch nicht jeden Fehler selber machen!
Weiterbildungen, Bücher, Lehrvideos, Webinare. Nie war es so einfach sich weiterzubilden als heute!
Aber machen wir uns nichts vor – die allerwichtigsten Dinge, die man zum Trading braucht, stehen leider nicht in Trading-Büchern oder werden in kostenfreien Webinaren genannt, sondern werden in nur guten Coachings oder in entsprechenden Seminaren weitergegeben. Was aber auch eigentlich logisch ist.

 

TS: Einen weiteren Service, den Du seit diesem Jahr anbietest, ist ein eigener „Managed-Account“. Ich finde dies sehr mutig! Es zeigt auf direkte Art und sehr eindrucksvoll, wie Du arbeitest. Wie kam es dazu und wie gut ist er gestartet?

Mario Lüddemann:

„Managed-Account“ ist tatsächlich eine gute Sache! Hier haben Kunden die Möglichkeit, 1:1 von der positiven Performance an der Börse zu profitieren ohne es selber machen zu müssen.
„Managed-Account“ hat nichts mit Trading zu tun, um das ganz klar zu stellen!
Die Performance, die man im „Managed-Account“ macht, kann man nicht auf das Daytrading übertragen. Das kann nicht funktionieren, weil es im „Managed-Account“ darum geht, zumindest in meinem Fall, eine zweistellige Rendite zu erzielen und das unter sehr geringen Schwankungen. Das heißt, wenn es bergauf geht, wollen wir zweistellige Renditen erzielen und wenn es bergab geht, wollen wir möglichst wenig Verluste erzielen.
Als Trader sind wir bemüht, immer hohe Gewinne zu machen, auch mit relativ großen Risiken und das kann und darf man nicht im „Managed-Account“!
Wenn wir die aktuelle Situation nehmen – DAX ist gefallen von 13.000 Punkten auf unter 12.000, das heißt, wir haben hier 7 % Rückgang gesehen. Im „Managed-Account“ war der Rückgang nur 1,5 %.
In dem abgelaufenen Monat August war es wieder positiv. Wir sind auch mit unserem Ziel voll auf Kurs.
Es ist eine gute Art für Kunden, die an der Börse partizipieren und zweistellige Renditen erzielen wollen. Aber es sind eben nicht wie ein Daytrader, Renditen 30 oder 40 % zu erwarten, weil ich im „Managed-Account“ nicht von morgens bis abends hier sitzen kann, um Trading zu machen. Dies macht auch keiner, den ich in diesem Bereich kenne, weil dafür die Zeit nicht da ist. 

 

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TS: Bevor wir langsam zum Ende des Interviews kommen schauen wir einmal etwas in die Zukunft. Wie soll es bei Dir mit dem Trading weitergehen? Welche Ziele hast Du noch im Blick?

Mario Lüddemann:

Mit dem Trading soll es so weitergehen wie bisher.
Ich verbringe – und das war auch immer mein Ziel als ich als Coach angefangen habe – etwa 100 Tage im Jahr ausschließlich mit dem Thema „Trading“. Hier meine Gewinne zu erwirtschaften, was durch den „Managed-Account“ noch mehr gesichert ist.
Im November dieses Jahres kommt noch mein Buch heraus – auch eines meiner Ziele.
Und für das kommende Jahr möchte ich auf jeden Fall 3 bis 4 Projekte anschieben – im Bereich Managementtrainer. Werde zudem als Trainer bei einer großen Aktiengesellschaft eingesetzt.
Das alles macht riesig Spaß und bin sehr gespannt, was da dann noch geht.

 

TS: Trading ist ja nicht alles im Leben! Wie verbindest Du es mit Deinem Privatleben?

Mario Lüddemann:

Für mich war Trading- und Privatleben viele Jahre lang ein und dasselbe. Natürlich muss man immer mal wieder aus dem Händlerleben raus.
Ich bin ja auch verheiratet, habe 2 große Kinder – 18 und 20 Jahre alt.
Durch das Trading habe ich natürlich sehr viel Zeit mit ihnen verbringen können, weil mein Büro auch immer zuhause war. Ich bin ja erst mit meinem Büro in diesem Jahr ausgezogen.
Mittlerweile sind es 5 Mitarbeiter, die aktiv mitwirken. Jan als Büroleiter, dann noch einen freiberuflichen Mitarbeiter, der auch 30 bis 40 Stunden in der Woche macht und dann noch 3 Teilzeitkräfte. Sonst wäre das Ganze administrativ nicht zu schaffen – Trading, alle Coachings und Seminare als Trainer. Das geht nur, wenn man eine gute Infrastruktur, ein Backoffice und ein „supergeiles“ Team hat. Und das habe ich.
Ich hab eine tolle Frau, 2 Kinder und wir versuchen immer viel Zeit miteinander zu verbringen. Wenn Ferien sind, sind wir meisten auf meiner Lieblingsinsel Fuerteventura. Da bin ich auch im Winter recht häufig, weil ich sehr gerne segle und eben auch da meine freie Zeit verbringe und am liebsten eben mit meiner Familie!

 

TS: Was machst Du noch als Ausgleich zum Trading? Hast Du Hobbys?

Mario Lüddemann:

Börse ist für mich Beruf und Hobby! Das kann ich ganz klar sagen! Selbst wenn ich nicht arbeite, also im Urlaub bin, lese ich jeden Tag Nachrichten, was zum Thema Börse passiert, weil das ist für mich halt mein Leben. Nebenbei sind meine Kinder mein großes Hobby. Eine ganze Zeit lang habe ich meine Kinder beim Handball betreut. Dies ist aber derzeit nicht der Fall. Damit eigentlich Zeit für ein neues Hobby. Aber wie gesagt Segeln, das aber hauptsächlich im Urlaub.

 

TS: Hast Du ein Lebensmotto? Wie lautet dies und was ist Dir daran besonders wichtig?

Mario Lüddemann:

Schwierige Frage, muss ich kurz drüber nachdenken!

Am Wichtigsten war und ist für mich „Einmal mehr aufstehen, als man fällt!“. Dies hat mich mein ganzes Leben bislang begleitet. Das ist für Trader ganz wichtig! Immer wieder aufstehen und weiterkämpfen!

 

TS: Ich bedanke mich für die umfang- und aufschlussreichen Einblicke in Dein Trading- und Privatleben.
Für Deine Zukunft und das Erreichen Deiner Ziele wünsche ich Dir weiterhin viel Erfolg!!!

Aber das Schlusswort gehört natürlich Dir. Daher meine letzte Frage:
Möchtest Du noch etwas ergänzen oder wie in so vielen Interviews jemanden grüßen oder Dich bedanken?

Mario Lüddemann:

Bedanken möchte ich mich auf jeden Fall erst mal bei meiner Frau und meiner Familie für die vielen vielen Stunden, die sie mich mitunter entbehren mussten, auch am Wochenende, so wie auch jetzt Ende September / Anfang Oktober, wenn ich zu Euch nach Dresden komme. Dies ist auch wieder so ein riesiges Wochenende wo ich unterwegs bin.

Ansonsten alle meine Freunde, die mich unterstütz haben und natürlich auch viele Trainierkollegen, die mir mit Rat und Tat immer wieder beiseite gestanden haben. Um 2 hervorzuheben – das ist sicherlich Michael Voigt und Jens Rabe.
Ich freue mich auf unseren Termin in Dresden Ende des Monats und wünsche allen bis dahin gute Trades und fette Beute und freu mich auf Dich, Jörg, Dich da wiederzutreffen. Bis dahin!

 

Habt Ihr noch weitere Fragen, dann schreibt doch einfach einen Kommentar, wir reichen die Frage weiter und ergänzen das Interview.

Wenn es Euch gefallen hat - bitte weitersagen!

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13.09.2017 | 16210 Aufrufe