Die Tücken des Day Trading

 

Von allen Handelstypen ist der Day Trader der anspruchsvollste. Und dabei repräsentiert Day Trading noch nicht einmal den besten Weg um lukrativ zu handeln. Der Tageshandel ist mit einigen extrem störenden Nachteilen behaftet und die Mehrheit derer, die sich von zu Hause aus darin versuchen, geben irgendwann zerknirscht auf. Nicht selten weil ihr Budget komplett den Bach runter ist. Warum Day Trading nur etwas für Masochisten ist und welchen Effizienzbeschränkungen es unterliegt, wird im Folgenden verraten.

 

Zeit ist Geld

Day Trading unterliegt, wie die Bezeichnung bereits erahnen lässt, rigiden Zeitbeschränkungen. Man ist bestrebt, alle Handel abzuschließen, solange die Börse offen hat. Ausgehend von den daraus resultierenden Zeitbeschränkungen hat man nicht die Wahl, fragwürdige Optionen zu schließen, wann immer man es für sinnvoll hält. Wenn der Bestand, den man hält, einen Kursrückgang hat, kann man ihn entweder verkaufen, einen kleineren Verlust sicherstellen, oder auf einen Aufstieg warten, der bis zum Ende des Markttages womöglich nicht oder nicht in ausreichender Höhe zustande kommt. Das selbst gesetzt Ziel, alle Handelsaktivitäten zu Öffnungszeiten der Börse abzuschließen und keine Positionen darüber hinaus zu halten, setzt Day Trader (ohne jeden vernünftigen, übergeordneten Sachzwang) einem extremen Druck aus, immer kurzfristig erfolgreich zu sein. Auf lange Sicht ist das fast nicht zu realisieren!

 

Mit dem Storm getrieben

Der zweite Grund, warum Day Trading einen speziellen und kaum vernünftig realisierbaren Ansatz erfordert, ist die Tatsache, dass es fast ausschließlich auf Ereignissen und Trends basiert. Unter diesen Umständen muss man die Finanznachrichten aus primären (!) Informationsquellen verfolgen, die Nachrichten aus erster Hand enthalten. Es beinhaltet also immenses Engagement und ist extrem zeitaufwendig. Gleichzeitig muss man bei entsprechenden Schwankungen relevanter Kurse blitzschnell reagieren. Mit einer ernsthaften Verfolgung der bedeutenden Geschehnisse, ist das kaum zu vereinen. Zumal man den Schwergewichten an der Börse informativ mit Sicherheit hinterher rennt. Bis man selber gewisse News als Privatmann zu Hause verfügbar hat, werde diese bereits wesentlich in die Kursbildung eingeflossen sein. Man ist also gezwungen, mit dem Strom zu gehen. Und der nächste Wasserfall kommt bestimmt.

 

Kurzfristige Kursschwankungen sind unvorhersehbar

Im Tageshandel werden nicht alle Kursschwankungen durch bestimmte Ereignisse verursacht, deren Ursachen überhaupt für ein großes Publikum nachvollziehbar werden. Und viele kleinere sowie nicht ganz so kleine Preisverschiebungen sind unregelmäßig und können nicht einmal von Meistern vorhergesagt werden, da sie rein durch Angebot und Nachfrage innerhalb der Börse zustande kommen. Schließlich ist in diesem Bereich alles verknüpft und voneinander abhängig. Dies zeigt auch ein weiteres Problem auf. Beispielsweise wenn man beschließt eine Aktie zu kaufen, da der Preis sinkt. In der Praxis beobachten jedoch Hunderte oder gar Tausende von Tradern diese Verschiebung, jagen dem hinterher und verkaufen dann wieder. Was das richtige Timing einfach nur zu einer Frage von Glück oder Pech macht.

 

Das alles macht Tageshandel, vor allem auf lange Sicht, extrem schwierig. Der Gewinn ist oftmals gering und man muss zahlreiche Transaktionen durchführen, um am Ende des Tages ein angemessenes Einkommen zu erzielen. Und genau daraus begründen sich Statistiken, denen zufolge 80% bis 90% der Day Trader schon kurz nach dem Start kaputt gehen. Aus dem, was Erfahrungen zeigen, gibt es wenig Anlass, diese Zahlen zu bezweifeln. Die meisten Leute unterschätzen den Aufwand für den Tageshandel massiv, während sie die möglichen Margen viel zu hoffnungsvoll bewerten.

 

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31.03.2018 | 19859 Aufrufe